#81 - in progress
Ich (laut): Die Biosphäre ist die Antwort!!!
Bock (genauso laut zurück): Die Antwort worauf???
Ich (normal laut): Auf unsere Krisen! Wir sind die Biosphäre! Wir Menschen sind ein kleiner Teil, wie die Ameisen und die Oktopusse. Wie die Rotbuchen und die Blaualgen. Die Bakterien und Viren! Wir sind alle am heutigen Stand der Evolution und vollkommen voneinander abhängig – weil miteinander entstanden. Die Blaualgen haben durch die Etablierung der Photosynthese ...
Bock (unterbricht): ... also Umstellung ihrer Essgewohnheiten durch Eingehen einer erfolgreichen Partnerschaft ...
Ich: ... ja genau, die große Sauerstoffkatastrophe herbeigeführt. Die für die damalige Biosphäre teils den Untergang bedeutete, aber den Tieren das Leben an Land erst ermöglichte, weil die schützende Ozonschicht entstand ...
Bock (unterbricht wieder): ... Merciiii Blaualge!
Ich: Ja mega! Und die Biosphäre hat weiterführend das Klima immer mit beeinflusst. Durch die Entnahme von Kohlendioxid durch die Pflanzen wurde es wesentlich kühler auf der Erde. Dominant über lange Zeiträume sind astronomischen Einflüssen und Kontinentalverschiebung - aber die Biosphäre ist wohl das interessanteste Element aus heutiger Sicht.
Bock: Weil dieses "Element" könnt ihr beeinflussen! Das macht ihr. Ihr verbrennt Saurier und Pflanzen aus dem Mesozoikum (da war es 10° wärmer im globalen Durchschnitt) und entlasst diese riesigen Mengen des über Millionen Jahre, sicher und tief unter der Erde eingelagerten Kohlenstoffs, wieder zurück in die Atmosphäre. Gleichzeitig holzt ihr Wälder ab, legt Moore trocken, vernichtet Seegrasfelder und Mangrovenwälder und andere Ökosysteme durch euer skrupelloses, profitorientiertes, durch künstliche Verknappung geleitetes Wirtschaften, das auf ständiges Wachstum angewiesen ist, was absurd ist auf einem endlichen Planeten. Es seien noch die tropischen Korallenriffe genannt, die gerade aufgrund der globalen Erwärmung absterben. UND: die Hochgebirgspflanzen, die an ihre für sie klimatisch erträglichen Grenzen stoßen und nicht mehr weiter noch oben ausweichen können!
Ich: Weil dieses "Element" ist selbstorganisierend! Es ist nach wie vor riesig, mächtig in seiner Vielfalt und komplex. Wir verstehen es bis heute nur teilweise. Wie unser Gehirn, wahrscheinlich werden wir es nie ganz verstehen. Wir müssen es wirken lassen.
Bock: Und wie?
Ich: Die Stoiker haben schon gesagt, essenziell für den eigenen Seelenfrieden ist es, anzuerkennen, was man verändern kann und was nicht.
Bock: Und was kannst du ändern?
Ich: Ich kann meinen Garten und meinen Balkon gestalten, meine Stadt mit gestalten. Darüber hinaus über Spenden und Petitionen sowie Unterstützung von Politiker:innen oder Gemeinden meinen kleinen Einfluss nehmen. Mich mit Menschen vernetzen, die gleich denken! Sich gegenseitig unterstützen!
Aber im Großen etwas verändern, können wir nur durch Druck auf Politiker:innen und Konzernleiter:innen. Sonst wird das nichts.
Bock: Also Streik.
Ich: Ja. Internationaler Generalstreik.
Bock (schwärmerisch): Ich liebe ja alle Bergkräuter! Und Zirben und Lärchen sind meine Lieblingsbäume! Die alpine Stufe im Herbst, wenn die Lärchen gelb leuchten, die Zwergsträucher rotbraun die Almen überziehen und die Zirben duften - etwas schöneres gibt es für mich nicht!
Ich nicke verträumt.
Bock (leise): Weißt du, wenn man uns einfach in Ruhe ließe, würde alles gut werden.
Ich: Und euch wieder Lebensraum zurückgeben, so viel wie möglich.
Bock nickt.
Was wir beitragen können
… uns bewusst machen, wen und was wir mit unseren Handlungen unterstützen und fördern.
… bei Wahlen, Petitionen, Bürgerinitiativen unsere Stimme der Biosphäre geben.
... Baumpatenschaft der Stadt Graz übernehmen
... Blühwiesenpatenschaft der Stadt Graz übernehmen
… spenden an Grassroot-Bewegungen
… darüber reden, einander zuhören und auf einander eingehen. Wir schaffen das nur gemeinsam.
… in sich gehen und dankbar sein, für die eigene Zufriedenheit und das Glück in einem (noch) demokratischen Land geboren (oder dorthin gezogen) zu sein.
... Das Intakte auf unserer Erde erkennen, wertschätzen und bewahren.
... Wissen, wie großartig es ist, in einem Land zu leben, aus dem man nicht flüchten muss, sondern in das Menschen zuwandern möchten. Uns dafür einsetzen, dass das so bleibt und noch besser wird, sich weiterentwickeln kann.
... nicht aufgeben.
Kopfhörer raus, Handy weg, präsent sein in der Welt.
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